Sanitätshaus Weinmann

Prothesenkompetenz Zentrum Filstal gegründet

Sanitätshaus Weinmann und Reha Zentrum Brüderlin gründen das Prothesenkompetenz-Zentrum Filstal

Nach Amputationen haben alle Patienten das gleiche Ziel: So schnell wie möglich das „Leben, wie zuvor“ führen zu können. Um dies bestmöglich zu gewährleisten, haben die Göppinger Unternehmen Weinmann und Brüderlin nun ein Kompetenzzentrum gegründet. Prothesenpatient Nicolai Kaul findet: „Das Konzept ist super!“

Bei Nicolai Kaul wurde die Amputation des linken Beines im Kniegelenk aufgrund einer Erkrankung unumgänglich. Der Vater zweier kleiner Kinder mit einem Faible für Garten und Wandern war „einerseits von der Diagnose geschockt, andererseits aber auch sofort motiviert, das Beste daraus zu machen.“

Unmittelbar nach der OP begannen nicht nur die Wund- und Schmerztherapie, die Physiotherapie, sondern auch die orthopädietechnische Erstversorgung mit einer provisorischen, einfachen Prothese. „Eine endgültige Versorgung macht erst nach vollständiger Abheilung Sinn“, erklärt der Leiter der Orthopädietechnik im Sanitätshaus und Partner im Kompetenzzentrum, Theodor Pässler.

Schon in dieser Schilderung des therapeutischen Anfangsstadiums wird deutlich, wie stark Ärzte, Physio- und Ergotherapeuten sowie Orthopädietechniker zusammenarbeiten sollten. Nur ist das nicht unbedingt überall selbstverständlich. „Jedes Fachgebiet leistet kompetente Arbeit, tauscht sich aber selten mit den anderen Fachkreisen aus,“ erläutert Pässler das Problem. „Wenn wir zum Beispiel wissen, wie und welcher Muskelaufbau und welche Beweglichkeit für die geplante Prothese notwendig ist, kommen wir einfach schneller ans Ziel. Außerdem kann so die Motivation des Patienten gesteigert werden“, sagt Michael Brüderlin vom gleichnamigen Therapiezentrum und bringt damit die Vorteile des Kompetenzzentrums auf den Punkt.

"Das Konzept ist super"

„Am Ende hängt, trotz aller Vernetzung und der tollen Services, der Erfolg vom Patienten ab“, ist Nicolai Kaul überzeugt. Die eigene Disziplin und die Fähigkeit, auch den „inneren Schweinehund“ zu überwinden, sei entscheidend. „Denn nach fünf Wochen im Krankenhaus, glaubt man gar nicht, wie wenig Muskelmasse dann noch da ist“. Trotzdem seien die aufeinander abgestimmten Maßnahmen, bis hin zu Hilfestellungen bei der Abwicklung mit den Krankenkassen, „extrem wichtig“ für die schnell wiederhergestellte Alltagstauglichkeit.

Wenige Wochen nach der OP konnte er schon wieder gehen. Mit seiner Hi-Tech-Prothese kann er jetzt nach nur fünf Monaten wieder Treppen laufen, Schwimmen gehen und mit den Kindern wandern. Seine mit elektronischen Gelenksteuerungen ausgestattete Prothese bremst beispielsweise beim bergab oder treppab Laufen automatisch. So wird ein nahezu natürlicher Bewegungsablauf wieder möglich. Das hat Kaul nicht zuletzt beim Besuch der Staatssekretärin Kathrin Schütz im Sanitätshaus Weinmann bei einer Ganganalyse eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

„Das Konzept ist einfach super“, meint Kaul abschließend, „denn es nimmt einem extrem viel Last ab und es motiviert zudem, wenn man sieht, welche Fortschritte möglich sind. Aber am Ende ist die Eigenmotivation ausschlaggebend.“

Mehr Informationen zum Prothesenkompetenzzentrum finden Sie hier...

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