Sanitätshaus Weinmann

Ursachen der Inkontinenz

Über kaum eine körperliche Beeinträchtigung wird wenn überhaupt, so oft nur „hinter vorgehaltener Hand" gesprochen wie über Blasenschwäche. Leider ist Stuhl- oder Harninkontinenz immer noch ein Tabuthema. Und dabei gibt es in Deutschland derzeit 4-6 Millionen Betroffene. Blasenschwäche ist schon heute ein Massenphänomen und keine Ausnahmeerscheinung. Inkontinenz ist keine Krankheit, vielmehr ist sie Begleiterscheinung zahlreicher anderer Krankheiten. Daher müssen bei Inkontinenz die Ursachen die vielschichtig sein können, erkannt werden. Es hat noch nie etwas genützt die Symptome anstatt der Ursachen zu behandeln. Ursachen können unter anderem Diabetes mellitus, Hormonelle Störung, Stoffwechselerkrankungen, Psychische (psychosomatische) Störungen, Infektionen oder eine Harnblasen- oder Harnröhrenentzündung sein. Gerne beraten wir Sie in diskreter Umgebung und wenn Sie es wünschen nehmen wir Kontakt zu Ihrem behandelnden Arzt auf, um Ihnen eine optimale Versorgung bieten zu können.

Was ist Inkontinenz?

Es gibt mehrere Arten der Inkontinenz. Unten finden Sie eine Übersicht der am häufigsten auftretenden Arten und
einige nützliche Informationen über jede im einzelnen.

  1. Belastungsinkontinenz
    Ist die häufigste Form weiblicher Harninkontinenz. Sie tritt häufig nach Geburten und am Beginn der Menopause auf. Ursachen sind eine insuffiziente Beckenbodenmuskulatur (Geburten), angeborene zu kurze Harnröhren oder operative Verletzungen des Schließmuskels mit dem Ergebnis des Abganges kleiner Urinmengen. Urinverlust durch erhöhten Druck im Bauchraum durch Husten, Niesen, Lachen oder andere körperliche Anstrengungen. Bei Männern tritt sie selten auf, wenn dann häufig nach Prostataoperationen.

  2. Dranginkontinenz
    Der Betroffene ist nicht in der Lage, den Harndrang wahrzunehmen oder ihn zu unterdrücken. Häufig kann die Toilette nicht rechtzeitig erreicht werden. Die Blase kann sich bereits nach 2 - 3 Sekunden entleeren. Die Ursachen sind Harnwegsinfektionen, Nierensteine, Störungen des ZNS, Reizung der Blasenwand (Katheter) und hohes Alter. Das Gehirn kann den Verschluss der Blase nicht mehr ausreichend steuern. Keine rechtzeitige Möglichkeit zum Aufsuchen einer Toilette.

  3. Überlaufinkontinenz
    Abflussstörungen des unteren Harntraktes mit Überfüllung der Blase. Durch Verengungen oder teilweisen Verschluss der Harnröhre kann der Urin aus der Blase nicht ablaufen. Die Blase wird nie vollständig entleert und der überlaufende Urin tropft nach dem Verlassen der Toilette heraus. Ständige Blasenüberfüllung. Sie kommt häufig bei Männern mit Prostatavergrößerungen vor. Einer von drei Männern über 50 leidet an einer Überlaufinkontinenz.

  4. Funktionale Inkontinenz
    Tritt auf wenn es der Person nicht möglich ist, eine Toilette aufzusuchen, diese verschlossen ist oder keine richtige Benutzung möglich ist.Dies kann durch einen reduzierten Geisteszustand, unangenehme Umgebung z.B. verschmutzte Toiletten, nicht ausreichender Zeit beim Aufenthalt auf der Toilette oder durch fehlende Privatsphäre verursacht werden. Tritt meistens in Alten- und Pflegeheimen auf.

  5. Reflexinkontinenz
    Ist wahrscheinlich die schlimmste und am schwersten zu behandelnde Form der Harninkontinenz. Bei den meisten Menschen gibt die Blase ein Signal an das Gehirn, dass eine Entleerung notwendig ist – dies löst dann auch den Gang zur Toilette aus. Wenn man unter Reflexinkontinenz leidet, ist dieses Informationssignal nicht mehr vorhanden. Die Blase entleert sich ohne Vorwarnung. Häufig ist dies die Folge bei Rückenmarksverletzungen und im Finalstadium von Multipler Sklerose. Oft tritt es auch als Nebeneffekt anderer Krankheiten auf.

  6. Nächtliches Bettnässen
    Häufiges nächtliches Erwachen ohne ausreichende Zeit, die Toilette zu erreichen. Der unbewusste Abgang von Urin während des Schlafens in der Nacht.

Risikogruppen

  1. Bei Frauen ist das Risiko, an Inkontinenz zu erkranken, doppelt so hoch wie bei Männern. Gründe dafür liegen in der Anatomie, Schwangerschaften und Menopause.

  2. Bei Frauen, die sich einer gynäkologischen Operation unterzogen haben, z.B. Gebärmutterentfernung, besteht ein höheres Risiko.

  3. Mit dem Alter läuft man Gefahr, allmählich inkontinent zu werden, wenn die Blasen-Muskeln erkranken. Dazu kommt die Tatsache, dass ältere Menschen mehr und mehr an neurologischen Störungen

  4. Männer, die unter Prostataproblemen leiden.

  5. Menschen, die unter Blasensteinen oder einer Blasenabsenkung leiden.

  6. Patienten, die häufig an Harnwegsinfektionen erkrankt sind.

  7. Menschen, die unter einer neurologischen Störung leiden, welche die Nerven, die die Steuerung des Harndrangs betreffen oder die Mobilität einschränken: Parkinson, Alzheimer, Multiple Sklerose, diabetische Neuropathie, Verletzungen des Rückenmarks, Hirnschlag etc...

Inkontinenz muss kein Tabuthema sein

Hotline: 07161 1569-167 oder 07161 1569-172

Wir sind für Sie da und beraten Sie gerne rund um das Thema Inkontinenz.